Capone (II): Der Getränkelieferant Chicagos
Al Capone ist der wohl bekannteste Mafioso der Geschichte. Nach seiner Jugend in New York begann sein steiler Aufstieg in Chicago.
1925 übernahm Capone dann Torrios Position, da sein einstiger Lehrmeister nach einem Attentat auf sein Leben die Segel strich. Das Lebensgefährliche Geschäft eines Mafiabosses fiel also in Capones Hände, und er brachte tatsächlich den Alkoholmarkt der Windy City unter seine Kontrolle, was allerdings nicht ganz friedlich ablief: zu hart umkämpft war der Markt und zu viele Banden waren bereit, für ihn Leib und Leben zu riskieren. Ein Risiko, das sich nicht für alle Beteiligten lohnte, und so musste denn auch Capone über Leichen gehen, um im Geschäft zu bestehen. 1925 machte er sich dann auf nach New York. Unter dem Vorwand, seinen Sohn einer Operation wegen zu besuchen, räumte er auch dort ein wenig auf: er zerschlug die White Hand Gang, die sich nach einer Schießerei mit Capones Mannen auflöste. Im Wesentlichen blieb er allerdings in Chicago & Florida, wo er eine Villa besaß. Er war ein knallharter Geschäftsmann, der, bei aller Hässlichkeit einiger seiner Geschäftsmethoden (sprich: Gewalt bis hin zum Mord), die zu den Regeln seines Business gehörten (im Prinzip gehorcht die Mafia ja den Regeln des Kapitalismus, nur dass die Mobster an keine Gesetze gebunden sind – Kapitalismus in Reinkultur also!), stets ein integrer, zuverlässiger Geschäftsmann blieb, der sich auch selbst die Hände schmutzig machte, d.h., selbst zur Waffe griff. Trotz seiner Verwicklung in so viele Unterweltgeschäfte blieb er für das Gericht nur wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche angreif- und verurteilbar. Hinter schwedischen Gardinen benahm er sich in der Regel vorbildlich, zumindest nach außen hin – doch bis er schließlich im Hochsicherheitsknast Alcatraz landete, betrieb er weiterhin seine illegalen Geschäfte.
Mythos Al Capone
Schon zu Lebzeiten wurde Capone zur mythischen Figur, was er sicherlich auch maßgeblich seiner Medienpräsenz zu verdanken hat, denn im Gegensatz zu den meisten anderen hochrangigen Schwerverbrechern badete er gern im Scheinwerferlicht. Sein Ende fand er allerdings im kleinen Kreise seiner Familie: 1947 erlag er im Beisein seiner Frau und seines Sohnes einer Lungenentzuündung. Doch Al Capone lebt fort; bereits zu Lebzeiten war er für die Unsterblichkeit bestimmt, und ihm wurde tatsächlich für eine Million Dollar angeboten, in einem Gangsterfilm mitzuspielen. Bis heute stellt er ein unwiderstehliches Thema für Film, Literatur und Musik dar.
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