Meyer Lansky

Der Pate der Paten war er seinem Rufe nach – im Prinzip also neben Al Capone Mitbewerber um den Titel des größten Gangsters aller Zeiten. “Honest Meyer“ hieß er auch für viele. Was brachte ausgerechnet den Schwerverbrecher Meyer Lansky solch einer guten Reputation?

Meyer Lansky, der 1902 als Majer Suchowliński in der damals polnischen (und mittlerweile zu Weißrussland gehörigen) Stadt Grodno geboren wurde, kam 1911 mit seiner Mutter per Schiff nach Amerika, wo er sich mit seinen Schulfreunden später ein großes Imperium aufbauen sollte. Bereits in jugendlichem Alter verdienten sie mit illegalem Glücksspiel erstes Geld; später sollten Alkohol- und Drogenschmuggel dazukommen. Obgleich man Meyer Lansky als Chef der Unterwelt bezeichnen konnte, war ihm nie etwas nachzuweisen, was für seine Kompetenz in seinem Fachgebiet spricht. Wäre er in die legale Wirtschaft eingestiegen, dann wäre er wohl, so ein FBI-Mann, vermutlich Chef von General Motors geworden. Man konnte ihn noch nicht einmal – wie 1931 Al Capone – wegen Steuerhinterziehung dran kriegen. Er blieb gewissermaßen für die Behörden stets aalglatt. Freilich war er auch gewarnt durch das Beispiel Al Capones gewarnt, so dass er sein Geld im Anschluss an dessen Festsetzung auf ein Schweizer Nummernkonto zu transferieren vorzog – ein probates Mittel vieler Krimineller, ihre Spuren zu verwischen. Auch wenn er in zahlreiche verbrecherische Aktivitäten verwickelt war, war er stets unantastbar. Vermutlich ist dieser Umstand auf sein legendäres Gedächtnis zurück zu führen; zumindest konnten die Fahnder nie irgendwelcher aufschlussreicher Papiere habhaft werden.

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